Als Zugbegleiter durch die Rocky Mountains

05Okt2013

Wie presse ich die aufregendste Zeit unseres Auslandsjahres in einen Blogeintrag? Ein Versuch...

Rocky Mountaineer Zug im Black Canyon (Fraser River)


Wie Brian Zugbegleiter wurde

Ich hatte ja bereits seit Mai als Stationswärter bei Rocky Mountaineer gearbeitet und dabei die ankommenden und abfahrenden Züge in Vancouver mit Sehnsucht angeschaut. Leider war ich für die Bewerbung zum Zugbegleiter zu spät und ohnehin auch zu unerfahren. Erfahrung im Kellnern oder in ähnlichen Positionen wird vorausgesetzt, denn es gibt viel mehr Bewerber als Stellen. Aber Ende Juli gab es dann doch wieder eine Stellenausschreibung. Da lag es Nahe: Wenn es für mich vielleicht schlecht aussieht, aber Brian als Ex-Flugbegleiter sollte doch wohl eine Chance haben! Rocky Mountaineer hat die schöne Tradition, dass die Manager sich so oft wie möglich im Bahnhof blicken lassen sollen. So konnte ich direkt den Richtigen ansprechen und habe für Brian sogar ein Empfehlungsschreiben aufgesetzt – immerhin war ich ja schon „drin“ in der Firma. Und es hat geklappt – Brian wurde angenommen und hatte nach einem kurzen Training bereits seinen ersten Einsatz. Von Vancouver ging es auf einen 4-Tages-Umlauf. Die Verabschiedung von Brian im Bahnhof – ich als Stationswärter und er als Zugbegleiter – war schon schwer; der Empfang bei der Ankunft nach 4 Tagen umso schöner.

Diese Traumkulisse als Arbeitsplatz? Ja bitte! - Moose Lake nahe Jasper
 

Wie ich Zugbegleiter wurde

Brian war also schon als Zugbegleiter unterwegs, doch die Stellenausschreibung war immer noch online. Nun wollte ich mein Glück versuchen und bewarb mich ebenfalls auf diese Stelle. Ich wurde zu einem Interview eingeladen, welches auch gut verlief. Das Ergebnis war aber negativ, obwohl ich vorher das Tragen mehrerer Teller durch die Wohnung geübt hatte – vielen Dank an Florian. Aber mitten in der Saison gebe es kaum Trainingsmöglichkeiten und ohne Zugbegleiter ohne Erfahrung als Kellner könne Rocky Mountaineer nicht einstellen. Mein Verständnis hatten sie, aber meine Hoffnung war dahin. Eine einwöchige Sommerpause im Zugbetrieb nutzten Brian und ich also spontan, um die Strecke mit dem Auto abzufahren, damit ich wenigstens einmal die Rockys gesehen habe.

Der Montag der nächsten Woche wurde mein Schicksalstag. Morgens 5:30 – 9:00 Dienst im Bahnhof zur Abfahrt eines Zuges. Danach Brombeeren pflücken hinterm Bahnhof – eine 100m lange Hecke übervoll mit reifen Beeren; über Wochen hinweg war ich dort bester Kunde. 11:00 – 14:00 gab es eine Brainstorming-Sitzung in der Firmenzentrale. Von den Stationswärtern wollte man also Ideen und Verbesserungsvorschläge sammeln – für so etwas bin ich ja immer zu haben. Anwesend waren die Chefin des Betriebes und der Chef aller Bahnhöfe, also hohes Kaliber. Während dieser Sitzung fragte mich dieser Chef, ob ich anschließend noch etwas Zeit hätte. Und dann fragte er mich tatsächlich, ob ich mir vorstellen könnte, als Zugbegleiter zu arbeiten...! Ich war baff. Woher wusste er von meiner Bewerbung? Warum geht es plötzlich doch? Und hat es geholfen, dass ich beim Abräumen der Mittags-Teller vom Besprechungstisch eine gute Figur gemacht hatte? Anschließend ging's zurück zum Bahnhof. Die Bahnhofschefin wusste auch schon Bescheid und beglückwünschte mich. Da es bis zur Ankunft des Abendzuges noch hin war, bin ich mit einigen Kollegen in den nächsten Starbucks gelaufen und habe eine Runde geschmissen. Der Tag war nun schon bemerkenswert genug, wollte aber noch nicht aufhören. Der Abendzug war nämlich arg verspätet. Statt 17:30 sollte es 19:00 sein. Um 19:00 wurde überlegt, die Passiere per Bus aus dem Zug nach Vancouver zu bringen, dann aber doch verworfen. Schließlich kam der Zug um 22:30. Um nun nicht viele Hundert Leute auf Taxis warten zu lassen, wurden etliche Busse organisiert, die die Hotels der Stadt anfahren sollten. Ich fuhr also mit den übermüdeten Gästen zu zwei Hotels. Lief vom Westin Hotel nach Hause, traf am Sutton Place Hotel auf Kollegen mit einem anderen Bus, traf am Empire Landmark Hotel auf noch einen Bus und half dort und landete schließlich kurz vor Mitternacht zu Hause. Zeitgleich mit Brian, der in diesem Zug aus seinem zweiten Vier-Tages-Umlauf kam.

Am ersten Tag auf dem Zug: Jakob mit neuen Kollegen in Kamloops.

Die ersten Touren

In den nächsten Tagen ging alles ganz schnell. Es stellte sich heraus, dass ein Zug eine Woche später einen leeren Wagen hat, der als Trainingswagen genutzt werden kann. Bis dahin musste also der gesamte Einstellungsprozess inklusive Sicherheitstraining gelaufen sein. Ein kleines Trüppchen aus 5 Neulingen waren wir und haben uns gut geschlagen. Am nächsten Dienstag ging es also los. Ein Wagen nur für uns und unsere Trainer auf dem Weg nach Jasper – mit Übernachtung in Kamloops. Am zweiten Tag dann schon der Ernstfall. Wir wurden als zusätzliches Personal auf die Passagiere losgelassen – und es ging! Meine tollen Kollegen haben mich fit gemacht und mir alle Tricks und Kniffe gezeigt.

Im oberen Bereich des Goldleaf-Wagens. Vier Hosts kümmern sich um bis zu 70 Gäste.

Also was macht ein Zugbegleiter überhaupt? Ein Luxuszug mit 500 – 800 Reisenden. Jeweils 50 – 70 in einem Wagen, zusammen mit 4 Zugbegleitern. Dazu ein oder zwei Köche und ein Tellerwäscher, denn es sind Doppelstockwagen und die untere Ebene ist ein Restaurant. Die Zugbegleiter begrüßen die Gäste und teilen sich dann auf – zwei sind für den Restaurantbetrieb als Kellner zuständig und zwei erzählen in der oberen Etage Geschichten über die Sehenswürdigkeiten der Umgebung, über die Eisenbahn in Kanada und über die Tier- und Pflanzenwelt. Zudem gibt es oben eine offene Bar, es werden Snacks gereicht und Souvenirs per Katalog bestellt und am zweiten Tag ausgeliefert. Der Restaurantbereich umfasst 36 Plätze, es gibt also Frühstück und Mittagessen jeweils in zwei Schichten. Und die Mahlzeiten haben es in sich. Vorsuppe, Salat, Hauptspeise, Dessert, dazu Weine, Säfte, Kaffee und Tee. Zwischen den einzelnen Durchgängen muss der Gastraum wieder „resettet“ werden. Also neue Tischdecken, Geschirr, Besteck … Viel Arbeit, besonders für Neulinge wie mich.


Wir waren auf zwei Routen unterwegs, Banff/Calgary und Jasper. Die Passagiere reisen von Vancouver zunächst bis Kamloops und übernachten dort in Hotels – die Hosts natürlich auch. Am zweiten Tag geht es dann weiter entweder nach Jasper, oder nach Banff mit Weiterfahrt nach Calgary. Am nächsten Tag geht es auf der gleichen Route wieder zurück, eine Tour geht für das Personal also vier Tage. Und da die Strecken eigentlich für den Güterverkehr ausgelegt sind, kommt es auch mal zu Verspätungen. Da reichte schon eine Defekte Achse in einem der voraus fahrenden Güterzüge um das ganze Unterfangen Zugreise zu unterbrechen und die Gäste mussten in Bussen zum Ziel gebracht werden. Meistens geht natürlich alles gut und eine Verspätung von einer oder zwei Stunden ist ja wohl in Anbetracht der Weiten Kanadas keine Verspätung, oder?

Dienstbeginn morgens in Canmore. Auf freier Strecke hält der aus Calgary kommende Zug um den Großteil der Crew aufzulesen. Eine halbe Stunde später erreicht der Zug Banff und die meisten Gäste steigen ein.

Wir werden es vermissen!

Was ist nun das tolle an diesem Job? Für mich passte einfach alles zusammen:

  • Ich liebe nunmal Eisenbahnen

  • Es macht mich stolz, den Gästen die Schönheit meiner neuen Welt zu zeigen

  • Die Arbeit ist sehr fordernd und man muss ständig an sich arbeiten

  • Der Zusammenhalt des Personals ist sehr stark, der ganze Zug arbeitet eng zusammen

  • Die Bezahlung ist gut und ermöglicht ein Leben in Vancouver Downtown

  • Die Einsätze sind lang und oft hart, aber danach gibt es auch einige Tage hintereinander frei – ideal für kleinere Trips rings um Vancouver.

Ungewöhnliche Attraktion: Umgekippte Container neben der Bahnstrecke nach Jasper. Ein paar Wochen vorher waren hier einige Wagen entgleist...

Dazu kommen die vielen Menschen, die man auf dem Zug kennenlernt. Das Ehepaar aus Lincoln in England, erstaunt darüber, dass ich ihre kleine Stadt erst im Jahr zuvor besucht hatte. Die Dame, die am Abend eines langen Tages erst damit rausrückt, dass sie eigentlich gerade ihren 75. Geburtstag hat. Brian hat vom Koch eine kleine Torte anfertigen lassen und der ganze Wagen hat gefeiert. Zufällig haben Brian und ich da einmal zusammen in einem Wagen gearbeitet und diese Frau war ganz gerührt, als sie erfuhr, dass wir verheiratet sind. Sie erzählte uns von ihrem Neffen, der so lange schon nach einem Mann sucht... Dann der chinesische Ehemann, der ständig Fotos von mir machen wollte. Und der alte Herr aus den USA, der mich fragte woher ich komme. Ich meinte aus Berlin und fragte ihn, ob er dort schon einmal war. „Nicht direkt. Aber ich bin über Berlin geflogen und habe Bomben abgeworfen.“ Ihm freute sich dann aber doch sehr, dass aus den Deutschen noch etwas anständiges geworden ist. Auch Eisenbahnliebhaber (rail buffs) gab es immer wieder. Einer zog mich nach jeder meiner Eisenbahngeschichten zu sich und verbesserte meine Fehler: „It's a car and not a wagon!“

Dienstbeginn in Jasper. Durch die gewaltigen Rocky Mountains schlängelt sich der Zug.

Was bleibt sind die entstandenen Freundschaften zu vielen der 117 Zugbegleiter. Nicole und Nyssa aus Vancouver, Payton aus Kamloops und Ian aus Schottland, die zusammen mit mir angefangen haben. Bernardo aus Brasilien, Jessica und Jenn aus England, Casey aus Vancouver und viele weitere. Alle haben eines gemeinsam: Im Oktober ist die Saison vorbei und bis zum nächsten Frühling braucht es einen guten Plan. 

Brian und ich in Jasper. Dreamteam!

Tipps und Tricks für Einwanderer

01Okt2013

Hier eine lose Sammlung unserer Erfahrungen und Fehltritte beim Start im fremden Kanada.


Ausweis / Führerschein

Ein kanadischer Führerschein ist die einzige Möglichkeit, sich als Kanadier auszugeben. Und das hat durchaus Vorteile.

  • Museen, Parks, etc. geben oftmals Jahreskarten zum Preis eines Einzeltickets an Einheimische heraus.

  • Bars, Alkoholgeschäfte, Restaurants, Diskos, etc. verlangen nach einer „ID“ zur Alterskontrolle. Da ist der deutsche Reisepass sehr lästig.

  • Nur mit einem kanadischen Führerschein kann man sich bei Car2go anmelden (s.u.)

  • Es fühlt sich toll an!

Der deutsche Führerschein kann gegen den kanadischen für ca. $40 bei „getauscht“ werden. D.h., man muss seinen deutschen Lappen abgeben! Wird ihn aber in Deutschland auf ähnlichem Wege wiederbekommen. In British Columbia erledigt das ICBC, die staatliche Kfz-Versicherung. Dabei wird ein einfacher Sehtest vorgenommen und es werden drei Testfragen gestellt. Die Fragen sind sehr simpel, aber man sollte sich vorher kurz die Eigenheiten der kanadischen Verkehrsregeln anschauen. Grün blinkende Ampeln, warnblinkende Schulbusse? Rechts abbiegen bei Rot, rechts überholen auf Autobahnen, Kreuzungen mit vier Stoppschildern?

Der kanadische Führerschein wird innerhalb weniger Tage perPost verschickt, bis dahin erhält man einen provisorischen Papierwisch.

 

SIN-Nummer

Wer legal arbeiten will, benötigt eine Sozialversicherungsnummer. Im Gegensatz zu Deutschland bekommt man die aber sehr einfach in einer Art Bürgeramt. Nach Vorlage des Arbeitsvisums und Angabe des Geburtsnames der Mutter (!) wird das Teil per Post verschickt und war bei uns nach drei Tagen im Briefkasten.

 

Bankkonto

Natürlich braucht man ein Bankkonto. Wir haben zwar ausgiebig unser deutsches DKB-Konto genutzt, das wir einfach unschlagbar finden – keine Gebühren und kostenlosmit der Visa-Karte weltweit abheben und darauf sogar noch Zinsen. Aber wenn die Einnahmen in Deutschland versiegen und stattdessen in Kanada erarbeitet werden, muss ein Konto her.

Willkommen in den 80er Jahren! Vergesst elektronische Übrerweisungen und gewöhnt Euch stattdessen an Schecks und an ein regelmäßiges persönliches Erscheinen in der Bankfiliale. Wir sind mit der Bank RBC gut gefahren. Wer vorgibt, Student zu sein und dabei lieb lächelt, bekommt ein kostenloses Basiskonto mit 25 freien Transaktionen im Monat. Wenn man sich etwas beim Einsatz der Bankkarte zügelt, reicht das auch.

Die Eigenheiten:

  • Man kann nicht einfach von jemandem Geld empfangen! Dieses Ansinnen muss erst von der Bank autorisiert werden, wenn man kürzer als ein Jahr Kunde ist. (Fragt bitte nicht...)

  • Man kann langjährigen Kunden der eigenen Bank und einigen wenigen Firmen online Geld überweisen. Dabei gibt es keine TAN, das ganze erscheint mir sehr unsicher.

  • Viele Arbeitgeber geben zweiwöchig Paychecks aus. Der gute alte Papierscheck, den man dann persönlich in der Bank einreicht. Nach 5-7 Werktagen erhält man dann das Geld. Nach einigen Geldeingängen vom selben Arbeitgeber gestattet die Bank den Zugriff auf einen Teil des Geldes (z.B. $100) sofort.

  • Einige fortschrittliche Firmen bezahlen per „direct deposit“. Hierfür muss man ein von der Bank erstelltes Formschreiben mit den eigenen Kontodaten einreichen. Bei RBC kann man sich das zumindest online selbst drucken.

  • Überweisungen nach Deutschland sind sehr teuer. Ich habe es ein paar mal über Paypal organisiert. Also RBC => Paypal US; Paypal US => Paypal DE; Paypal DE => DKB. Besser ist es immer, mit Freunden zu „tauschen“, die ohnehin Kanada besuchen. Also für diese die Kanadischen Dollar abheben und sich den Gegenwert aufs deutsche Konto überweisen lassen.

  • Lasst euch keine Sparkonten (Savings Account) oder Kreditkarten aufschwatzen. Am besten, gebt gar nicht erst eine Telefonnummer an. Das letzte, was ihr bei Abreise aus Kanada gebrauchen könnt, sind Rennereien zur Bank.

 

Handy

Willkommen im Industrieland mit dem nachweislich schlechtesten Handynetz bei gleichzeitig höchsten Preisen. Einheimische bezahlen meist um die $80 für ihren 3-jährigen Handyvertrag inkl. Handy. Mir ist das ein großes Rätsel, denn tatsächlich gibt es gute Handyverträge für ca. $40, z.B. bei Fido. Die kommen zwar ohne Handy, aber das lässt sich ja in Deutschland oder den USA günstig bei Amazon besorgen. Und dafür stehen im Vergleich zum $80-Vertrag ja stolze $1440 über die drei Jahre Vertragslaufzeit zur Verfügung.

Also:

  • Deutsches Handy mitnehmen, welches die kanadischen Frequenzen unterstützt. Wohlmöglich müsst ihr dabei auf 3G-Daten verzichten, aber 2G tun es auch.

  • Falls nötig, entsprechendes Handy bei Amazon besorgen. Gute Smartphones gibt es für $200-$300.

  • Simplen Vertrag ohne Handy für ca. $40 inkl. Flatrate und Datenpaket z.B. bei Fido abschließen. Oftmals gibt es die ersten Monate kostenlos oder andere gute Deals.

  • Bei Abreise Vertrag kündigen. Hat man ein Handy vom Anbieter erhalten, muss das zu horrenden kosten abbezahlt werden. Wenn nicht, ist man für $12 raus.

  • Achtung! In Kanada wie in den USA gibt es keine speziellen Vorwahlen für Handys. Dem Anrufer ist also nicht bekannt, ob er auf dem Festnetz oder ein Handy anruft. Folglich bezahlt der Anrufer immer gleich viel, je nach Ziel-Ortsvorwahl. Der Angerufene Handynutzer bezahlt ebenfalls für eingehende Gespräche. Im Handyvertrag also unbedingt darauf achten, dass es entsprechende Freiminuten gibt. Ihr findet die Bepreisung eingehender Gespräche unter „Airtime“.

  • Im Gegensatz zu Deutschland werden in Kanada sehr viele SMS versendet. Alternativen wie Whatsapp kennt kaum jemand. Also sucht Euch einen Vertrag mit SMS-Flatrate.

  • Finger weg vom Roaming! Die Nutzung der deutschen Handynummer in Kanada kostet mehrere € pro Minute!

 

Craigslist

Craigslist (www.craigslist.com) ersetzt in den USA und Kanada weitestgehend:

  • Ebay

  • Kleinanzeigen

  • Stellenmarkt

  • Kontaktanzeigen

  • Wohnungsannoncen

In Quebec nutzen die frankophonen lieber Kijiji, aber ansonsten findet ihr alles (!) auf Craigslist. Wir haben dort alle unsere längerfristigen Wohnungen gefunden, einen unserer Jobs und regelmäßig Sachen verkauft. Craigslist ist sehr simpel, schlecht sortiert, voll mit Müll und für beide Seiten kostenlos.

 

Einkommenssteuern

Wer in Kanada arbeitet, zahlt auch Steuern. Bei einem Gehalt bis $43.000 sind das 15% zzgl. Provinzsteuern von ca. 5%. Diese werden automatisch vom Gehalt abgezogen. Aber es gibt Steuerfreigrenzen! Diese liegen bei ca $11.000 für ein volles Jahr (natürlich angepasst an die tatsächliche Zeit in Kanada). Das heißt, wer mehr als $11.000 verdient, zahlt zunächst einmal ca.$2.200 zu viel an Steuern! Dagegen gibt es zwei Waffen:

  • TD1-Formulare: Bei Arbeitsbeginn (!) teilt ihr dem Arbeitgeber mit dem TD1-Formular Euren Steuerfreibetrag mit. Der Arbeitgeber zieht dann erst nach überschreiten des Freibetrages die Steuern ab.

  • Steuererklärung. Dieses lästige Papierwerk muss bis Ende April eingereicht werden, um zu viel gezahlte Steuern zurückzubekommen. Vorteil, zumindest in British Columbia: Nur mit der Steuererklärung kommt ihr in den Genuss einer Steuererleichterung für Geringverdiener. Es entfallen größtenteils die Provinzsteuern, also die 5% auf das Einkommen über $11.000. Bei $15.000 Einkommen macht das $250, bei $20.000 Einkommen sind es schon $370. Diese Steuererleichterung gibt es nur über die Steuererklärung!

Zusätzlich zu den Steuern werden auch Abgaben zur Arbeitslosenversicherung (rausgeschmissenes Geld) und zur Rentenversicherung fällig. Ein Frend von einem Freund behauptet, letztere führen zu Rentenansprüchen beim Eintritt ins Rentenalter.

 

Umsatzsteuern

Falls es jemand immernoch nicht weiß: (Fast) alle Preise gelten zuzüglich Umsatzsteuer. Diese ist in jeder Provinz verschieden hoch und jetzt sich aus GST (Bundessteuer) und PST (Provinzsteuer) zusammen. Sie liegt meist bei 10-15% und wird auf fast alles außer Grundnahrungsmittel und Benzin erhoben.

Umsatzsteuer zahlt man also auch:

  • Auf Fahrkarten und Taxifahrten

  • Handykosten

  • Briefmarken

  • Restaurantrechnungen

 

Trinkgeld („Tips“)

In Kanada wird großzügig Trinkgeld gegeben. Und zwar 15%. Fragt nicht, warum, aber auf die ohnehin schon hohe Rechnung im Restaurant/Café/Bar/Pub/Friseur kommen nochmal 15% Trinkgeld. Wer beispielsweise „nur“ 10% gibt signalisiert Unzufriedenheit. Gar nichts zu geben führt auch schonmal zu harschen Nachfragen.

Das heißt also: Sucht euch einen Job, wo es Trinkgeld gibt. Das wird nämlich in den meisten Fällen höher sein als der eigentliche Arbeitslohn. Entsprechend schwer sind solche Stellen zu bekommen und einige Leute nutzen das ganz mies aus um Leute zu schlechtesten Bedingungen anzustellen oder anzuwerben.

Fotos aus dem Rocky Mountaineer

15Sept2013

Hier ein paar Eindruecke aus dem Rocky Mountaineer. :)

Umzug nach Montreal am 5.11.2013

23Aug2013

Info: Am 5.11.2013 werden wir nach Montreal ziehen. Was wir dort machen, ist noch nicht klar :)

Vom Flugbegleiter zum Zugbegleiter

23Aug2013

Ein paar haben es ja vielleicht schon gehoert, seit gut 2 Wochen bin ich nun Zugbegleiter auf dem Rockymountaineer. Zuerst dachte ich, dass dieser Job sehr aehnlich wie mein Job als Zugbegleiter sein wird. Es ist jedoch ziemlich anders.

Ich arbeite im ''Gold Leaf'', was die erste Klasse ist. Die Wagen haben 2 Stockwerke. Oben sitzen die Gaeste und geniessen die Aussicht aus den riesiegen Glassfenstern. Unten ist das Restaurant mit Kueche. Meine Trips dauern in der Regel 4 Tage. Vancouver - Kamloops - Banff/Calgary/ oder Jasper. Man schlaeft nicht im Zug sondern im Hotel. In der Regel arbeitet man 2 Tage unten (als Kellner) und 2 Tage oben, wo man Getraenke serviert und ueber ein Mikrofon Geschichten und Informationen ueber die Route vortraegt :) Die Fahrt ist sehr spektakulaer und zieht sich durch verschiedene Landschaften (Wueste, Berge, Wasserfaelle, usw.). Es ist ausserdem viel Wildlife zu beobachten, wie zum Beispiel: Big Horn Sheep, Baeren, Adler, Greifvoegel, Elche, Rentiere, uvm.

Die Tage sind lang und anstrengend aber es macht super viel Spass! Hier nochmal ein Foto zum Vergleich Flugbegleiter/Zugbegleiter und ein kleines Video vom Zug :)

Besuche / Reisen

21Aug2013

Hallo Leute hier ist Brian,

ich habe lange nichts mehr hier rein geschrieben. Es ist viel passiert und ich hatte viel zu tun aber jetzt geht weiter........

Dieser Eintrag geht um die tollen Besuche, die wir bekommen haben und ein paar Trips/Reisen, die ich mit meinem Besuch gemacht habe :)

 

Besuch von Johanna im August

Im August hat mich meine Ex-Kollegin und Freundin Johanna besucht. Mit Ihr hatte ich meinen aller-ersten Flug (von Berlin nach Moskau), sie ist also meine Flugmama ;) Wir haben zusammen Vancouver erkundet und zusammen mit einem Freund aus Vancouver einen Ausflug nach Seattle gemacht. Natuerlich durfte ein Stop bei der Outletmall nicht fehlen :P Wir hatten viel Spass auf unserem Road Trip, wir waren uns aber auch einig, dass Seattle bei weitem nicht so eine tolle Stadt ist wie Vancouver.

 

Mit Anna und Basti nach San Francisco


Anna und ich koennen einfach nicht ohne einander :P Nachdem Sie mich zusammen mit Ihrer Mutter im Mai besucht hat, hatten wir die Idee uns nochmal zu treffen und zwar in San Francisco zusammen mit Ihrem Freund Basti. Nach einer sehr verspaeteten Anreise haben wir uns alle in unserer Unterkunft im Mission Viertel getroffen. Was sehr beliebt bei Mexikanern ist. Wir haben die ganze Stadt erkundigt. Unteranderem Fishermens Wharf, Lombard Street, die Piers und vieles mehr. Zufaelligerweise war gerade auch Gay Pride, weswegen es ein grossen Strassenfest gab. Ausserdem haben wir fuer einen Tag ein Auto gemietet und sind in die Napa Weinregion gefahren. Ich kann nur jedem empfehlen, einmal nach San Francisco zu fahren. Meiner Meinung nach die schoenste Stadt in den USA!

Besuch von Nils im Mai

Im Mai hat uns Nils beuscht. Ebenfalls ein Flugbegleiter Kollege. Mit Ihm habe ich gleich zwei Trips unternommen. Erst sind wir nach Vancouver Island gefahren und haben an der wilden Westkueste in und um Tofino gecampt, haben einen Wal gesehen und sind danach zurrueck nach Vancouver im Wasserflugzeug geflogen und kurz danach haben wir noch einen Trip nach Las Vegas gemacht. Las Vegas war wie immer :) Heiss, Party, Spielen. Wir haben weder viel Geld gewonnen noch verloren, aber wir hatten auf jeden Fall Spass.

 

Im Bärenrevier - der Juan de Fuca Trail

04Juli2013

Di, 2. Juli.

Christoph, Matthias und Celine sind bereits in Victoria und haben dort den Canada Day gefeiert (1.7.). Ich muss morgens noch im Bahnhof arbeiten und möchte danach mit dem Hubschrauber nach Victoria fahren. Ich kann Standby-Tickets bekommen, aber daraus wird dann nichts, denn mein Flug wird gestrichen und die nächsten sind voll. Also fahre ich mit der Fähre nach Swartz Bay...

Jede Menge Zeug zum Schleppen. Ich hatte am ersten Tag einen Rucksack (inkl. angeschnürtem Zelt und dicker Wasserflasche), sowie einen Beutel mit Essen.
Dort werde ich also von den anderen im Auto abgeholt und es geht nach China Beach - dem Startpunkt unserer 3-tägigen Wanderung. Wir stellen das Auto ab, packen alle Sachen und laufen gegen 16:00 los. Durch den Urwald und an Bären-Warnungen vorbei. Es sind 9km bis zu unserem Tagesziel - das sollte reichen, um nachher unsere Wandergeschwindigkeit besser einschätzen können.

Wir haben eine Bären-Glocke, die die Tiere fernhalten soll - DANKE an die HOEKIS! Nach zehn Minuten nervigem Glockengeläute wird diese allerdings wieder verstaut; das hält man ja im Kopf nicht aus.

Der Weg geht durch den Wald bis ran an die Küste der Juan de Fuca Strait, also des Pazifikausläufers zwischen Kanada und den USA. Vor allem aber geht es auf und ab. Denn alle paarhundert Meter fließt ein Bach aus denBergen ins Meer, und diese Bäche kreuzen wir in ca. 1km Entfernung zum Meer. Es geht also jeweils 20-50 m runter und anschließend wieder hoch. Das ganze dann 16 mal am ersten Tag auf 9 km.

Sonnenuntergang am Bear Beach.

Am Bear Beach bietet uns das unbeschreibliche Bild eines abendlichen Pazifikstrandes. Während es in Vancouver noch 25-28 °C waren, sind es an der Küste 15-18 °C. Die Strände am Juan de Fuca Trail sind leer, aber nicht einsam. Eine oder zwei andere Gruppen / Paare haben jeweils mit uns gemeinsam kampiert. Allerdings sucht sich jeder eine eigene Ecke an den oft kilometerlangen Stränden.

Um keine Bären, Pumas oder Wölfe anzulocken, darf kein Essen herumliegen. Alles muss in Metallboxen verstaut werden, die an den Camps bereitstehen. Alternativ müsste man das Essen weit weg von den Zelten hoch in den Bäumen aufhängen. 

Die Schlafsituation? Unbequem! Geplant war, im 2-3-Mannzelt zu viert zu schlafen. Das hätte Gepäck reduziert, ging aber einfach nicht. Daher wurde vorher noch ein winziges Einmannzelt besorgt. Nun haben wir aber zwei jeweils 1 m breite Luftmatratzen und eine Yogamatte. Die können entweder beide ins größere Zelt, dann bleibt aber nur eine dünne Yoga-Matte für das Einzelzelt. Oder im größeren Zelt ist eine Luftmatratze, auf der sich zwei Leute zwängen und die Yogamatte. Naja - wir haben beides ausprobiert und es ist einfach nur furchtbar.

Unser Camp. Das blaue Zelt im Bild ist übrigens schon das

Mi, 3. Juli.

Die Nacht war ruhig und der Morgen beginnt kalt. Wir sind kein eingespieltes Team, alsobrauchen wir fast zwei Stunden, um gegen 9:00 loszulaufen.

 

Morgenröte am Bear Beach.Gegenüber liegen die USA.

Wir haben 18 km bis Sombrio Beach vor uns, könnten aber auch nach 12 km bereits in Chin Beach übernachten. Für 9 km haben wir gestern ca. 3 Stunden gebraucht (3 km/h), der Weg wurde aber als moderat beschrieben. Heute steht "sehr schwierig" auf der Karte - und genau so wird es auch. Die Schwierigkeit äußert sich allerdings nicht durch einen hohen Anspruch - jeder könnte diesen Weg laufen. Aber die Landschaft wird immer hügeliger und für jeden Bach müssen nun noch größere Höhen hinab- und hinaufgestiegen werden. Zudem ist der Weg stellenweise sehr matschig, obwohl es schon eine Woche nicht geregnet hatte.

Matsch! Es gibt keinen Weg drumherum - aber fast immer einen trockenen Weg hindurch. Man muss nur den Sprung wagen...

Die Mittagspause wollten wir gegen 14:00 am Chin Beach einlegen, aber die Strecke zieht sich. Schon um 12:00 knurrt der Magen und die Stimmung ist gedrückt. Als der Weg einmal etwas von der Küste wegführt, hören wir auch noch Bärenknurren. Wir können zwar keinen Bären sehen, aber die Botschaft ist eindeutig zu vernehmen: "Raus aus meinem Revier!" Zum Glück kommt es von rechts und wir müssen nach links. Mit flauem Magen geht es also zügig weiter und nun kommt auch wieder die Bärenklocke zum Einsatz. Das ständige Gebimmel beruhigt ungemein! Das sollte dann auch der einzige Kontakt zu wilden Tieren bleiben.

Der Pfad führt zurücjk zur Küste und irgendwo dort nahe "Magdalena Point" entstand dieses Bild:

Nahe Magdalena Point. Jetzt noch 10 Grad wärmer und der Strand ist perfekt.

Schließlich kommen wir gegen 17:00 am Chin Beach an. Endlich Mittagspause!

Alleine in der Wildnis? Da schmecken selbst die Asia-Nudeln...

Und nun nochmal 6 km bis Sombrio Beach? Keine Chance... Also bleiben wir hier und ruhen uns aus - schließlich sind wir ja im Urlaub. Und da kommt Jakob natürlich auf die glorreiche Idee, ein Bad zu nehmen am Strand. Nicht im Salzwasser bei Ebbe am steinigen Strand, sondern in einem kleinen natürlichen Pool eines Baches, der am Chin Beach in den Ozean mündet. Das Bad reinigt mich zwar, dauert aber nur wenige Sekunden, denn es ist bitterkalt. Diese Kälte kriecht in meinen erschöpften Körper und ich krieche in einen Schlafsack, esse heiße Suppe und bekomme zwei Tage später eine schöne Erkältung...

Zum Thema Verpflegung: Wir haben vorher uns ziemlich viele Gedanken zur Verpflegung gemacht. Wir wussten, es gibt fließend Frischwasser, welches wir mit Chlortabletten reinigen und trinken können. Was also Essen? Hier unsere Verpflegungsliste und Tipps dazu:

Beef Jerky (

  • Chlortabletten - der Chlorgeschmack verspricht Sauberkeit und ist daher unverzichtbar
  • Saftkonzentrat - überflüssig! Die vermeintlichen Dosen waren nämlich gefroren und aus Pappe, gingen also schnell kaputt und suppten nur rum. Aber immerhin ein guter Vitaminlieferant
  • Pulver-Eiskaffee sowie Pulver-Eistee - super!
  • Milch-Trinkpäckchen - ein bisschen Luxus, aber Schlepperei
  • Jakobs Sauerteigbrot - der ideale Verwendungszweck, denn es hält sich viele Tage lang ungekühlt frisch.
  • Nutella, Erdnussbutter, Marmelade -bleibt alles ohne Kühlung frisch
  • Beef Jerky - ja wir sind in Amerika, also der hier übliche Fleischersatz
  • Asia-Nudeln - in den Variationen "Gemüse", "Huhhn-Geschmack" und "Rind-Geschmack" unschlagbar leichtgewichtig und sättigend
  • Marshmallows - sehr leicht, aber sperrig; die tolle Stimmung mit den Marshmallows am Bunsenbrenner ist den Aufwand wert
  • Nüsse - natürlich, wer auch immer diese Legende in die Welt gesetzt hat, hat auch uns überzeugt, dass Nüsse mit auf jede Wanderung gehören

Und das war's auch schon. Mehr war nicht dabei. Über das Essen machen wir uns also keine Gedanken, denn es gibt ja eh immer nur das gleiche. Wie beruhigend...

 

Do, 4. Juli

Am Chin Beach geht es los und hier sehen wir uns dann auch mit den Gezeiten konfrontiert. Einige Passagen des Juan de Fuca Trails sind nicht bei Flut passierbar, daher sollte man die Gezeitentabellen studiert haben. Das haben wir auch, nur sind die beiden nächsten verzeichneten Ortschaften doch ein ganzes Stück entfernt und weisen stark verschiedene Werte auf. Ob es daran liegt oder an den verwirrenden Angaben in Fuß und Zoll, jedenfalls kommen wir geradenoch so über den Strandabschnitt und dachten eigentlich, dass dort mindestens 1 m Luft ist über dem höchsten Gezeitenstand. Am Vortag wären wir also gar nicht mehr dort weiter gekommen...

Morgendstimmung am Chin Beach. Der hintere Teil ist bei Flut nicht passierbar.

Die Bärenglocke bimmelt und wir wandern fleißig den Küstenpfad weiter und kopmmen schließlich zur Loss Creek Suspension Bridge.

Die Hängebrücke über den Loss Creek mit mir und Celine. Die Dankbarkeit, nicht auch noch diesen Creek hinuntersteigen zu müssen ist größer als die Angst vor der wackeligen Brücke.

Die Brücke belohnt uns nicht nur mit einer zügigen Passage des Loss Creek, sondern auch mit einer bezaubernden Aussicht...

Blick von der Loss Creek Suspension Bridge auf den Pazifik.

Ungefähr dort haben wir auch beschlossen, das Urpsrüngliche Ziel Parkinson Creek aufzugeben und "nur" bis Sombrio Beach zu wandern - alles in allem also 29 km. Aber kurz davor finden wir uns am Sombrio Point zum großen Gruppenfoto zusammen:

nach drei Tagen Wanderung fast am Ziel. Sombrio Point - kurz vor Sombrio Beach.

Es folgen: Sombrio Beach mit der letzten Chinanudelmittagspause, dann Matthias Fahrt per Anhalter zurück nach China Beach, um das Auto zu holen. Wir übernachten in Nanaimo und fliegen zurück mit dem Wasserflugzeug nach Vancouver. Ein Traumflug und noch dazu im Sonderangebot für $ 69, kurzfristig im Hafen von Nanaimo gebucht. Ein letztes Bild vor dem Abflug nach Vancouver und die Juan-de-Fuca-Tour ist zu Ende:

Harbour Air Flug von Nanaimo nach Vancouver. Es posieren 40% der Passagiere.

Station Attendant

19Juni2013

Hallo liebe Freunde in Deutschland und in der Schweiz, heute stelle ich Euch meinen Job als Station Attendant bei Rocky Mountaineer vor. Das war ja klar, dass ich wieder bei einer Bahn lande? Na ganz so viele Möglichkeiten gibt es dafür in Vancouver nicht. Die Bahn wird kaum zum Reisen genutzt. Wenn, dann meist für Luxusreisen, aber hauptsächlich zum Gütertransport - leider gibt es aber keine in Vancouver ansässige Güterbahn. 

Meine Suche und etwas Glück führten mich also zu Rocky Mountaineer - einer Luxuseisenbahn mit Sitz in Vancouver. Die angebotenen Reisen gehen vorwiegend in die Rocky Mountains, d.h. nach Banff, Lake Louise, Calgary und Jasper. Aber auch Whistler und Seattle sind im Angebot. Und nun kommt der Clou: Die Reisen gehen über zwei Tage und finden nur tagsüber statt. Auf dem Weg in die Rockys wird in Kamloops übernachtet. Das Gepäck reist per LKW (in der halben Zeit) und befindet sich schon im Hotelzimmer, wenn die Gäste dort eintreffen.

Jakob vor dem RM-Zug - im Hintergrund der Zugvor dem Rocky-Mountaineer-Bahnhof Vancouver.

Nun zu meiner Aufgabe: Ich bin als Station Attendant in Vancouver zusammen mit weiteren Stationswärtern, Gepäckabfertigern und "Hotelgast-Empangsleuten" am Morgen für die Abfertigung des Zuges zuständig. Ebenso sind wir bei der Ankunft für die Gäste da. Es gibt nur drei Abfahrten und drei Ankünfte pro Woche, dafür sind die Züge aber ziemlich lang. In den ca. 20 Wagen finden 300-800 Passagieren platz.

Meine Kollegen im Bahnhof Vancouver

Zu Beginn jeder Schicht erhalten wir verschiedene Aufgaben wie "People Mover", "Meet&Greet" order "Check-In".

Jakob bei der Belieferung des Zuges

Die Abfahrt selbst wird eingeleitet mit einer kleinen Zeremonie inklusive Dudelsackspieler. Zudem stellen wir uns am Bahnsteig auf, schwenken die Kanada- und die Firmenfahne und winken den Gästen zu.

Zur Abfahrt werden gewunken und die Fahnen geschwenkt. Und dieser Zug auf dem Bild fuhr mit gleich vier Lokomotiven, dabei waren gerademal 290 Gäste an Board...

Diese Aufgabe füllt ca. 15 Stunden pro Woche und geht bis Anfang Oktober. Danach ruht der Zugverkehr bis zum nächsten Mai.

Hawaii - Kaua'i

14April2013

Die zweite Insel auf unserer Reise steuerten wir mit Hawaiian Airlines an. Die letzten Stunden vor dem kurzen Inlandsflug von 20 Minuten verbrachte ich in ziemlicher Aufregung. Ich habe das Meisterwerk vollbracht, den Mietwagen an der Abgabestation zu parken, den Autoschlüssel in den Save einzuwerfen und anschließend festzustellen, dass sich mein Portemonaie noch im Auto befindet. Jedenfalls war das die Hoffnung, denn sehen konnten wir es nicht; und vielleicht hatte ich es vorher schon verloren? Das Gefühl eines möglicherweise verloren gegangenen Portemonaies kennen die meisten, aber im Urlaub ist das natürlich noch schlimmer. Die Station machte erst um 5:30 auf, das war zu spät für unseren Flug. Also kamen noch die Gedanken an die horrenden Gebühren für ein spontanes Flugticket hinzu. Aber am Ende hatte mein Schutzengel ganze Arbeit geleistet. Ja, das Portemonaie fiel mir schon fast entgegen, nachdem ich die Autotür nach langem Warten auf den Mitarbeiter von "National Cars" öffnen durfte. Ja, die Mitarbeiterinnen von Hawaiian Airlines hatten Mitleid und buchten unseren Flug kostenlos auf eine Maschine um, die nur 1,5 Stunden später flog. Und letztlich hätten wir bei der ursprünglichen sehr frühen Ankunft eine Stunde auf unseren nächsten Mietwagen warten müssen, das fiel nun einfach weg.

Willkommen in Kaua'i - Hühner gibt es überall


Nun aber zu Kaua'i - der "Garteninsel". Irgendwo auf Kaua'i regnet es immer gerade. Und irgendwo scheint auch die Sonne. Das ist zwar nur so eine Redensart, aber kommt schon hin und ist bemerkenswert für eine Insel, die man in 3 Stunden umfahren könnte, gäbe es denn eine Ringstraße. Es gibt aber nur eine Dreiviertel-Ringstraße, eine Spur je Richtung, also sehr angenehm ruhig im Vergleich zu den 5-Spur-Highways auf O'ahu. Wir haben uns einen Jeep gemietet, haben den ersten Tag an Stränden verschlafen und sind nach Princeville gefahren, wo wir ein Privatzimmer hatten. Eigentlich war es ein Luxusapartment, denn wir hatten ein riesiges Zimmer mit Balkon, riesigem eigenen super noblen Bad und sehr fürsorgliche Vermieter. Ach ja, Pool und Whirlpool nicht zu vergessen.

Regenwaldwanderung - irgendwo auf der Insel regnet es immer.

Am zweiten Tag haben wir schon unsere große Wanderung zu den Hanakapi'ai Falls unternommen. Nach einer Stunde Wanderung mit bereits überwältigender Aussicht erreichten wir Kee Beach, einen steinigen Strand mit mächtigen Wellen. Leider so mächtig, dass schon dutzende Besucher darin umgekommen sind; an einem Stein auf dem Weg zum Strand wird eine makabere Strichliste geführt. Schwimmen sollte man dort also keinesfalls, daher sind wir bald weiter durch einen tropische Regenwald, an einem Bach entlang zum Wasserfall – noch einmal gut eine Stunde. Der matschige Lehm hat meine Wanderschuhe endgültig dahin gerafft, erst war der linke hinüber, auf dem Rückweg auch der rechte, nach über 10 Jahren treuen Diensten. Der Wasserfall selbst war kalt, aber ich habe mich trotzdem in den „Pool“ getraut. Unterwegs gab es übrigens neben den allgegenwärtigen Kokospalmen auch Guavenbäume und irgendwelche Nüsse sowie Erdbeeren.

Ausblick auf die Nordküste von Kaua'i. Den roten Sand bekommt man nicht wieder rausgewaschen.

Durch den Jungle - msan läuft auf Nussschalen und Lehmmatsch.

 

  Kee Beach - die Steinhaufen machen diesen Strand unheimlich. Viele sind hier ertrunken. Brian in Wanderkluft - irgendwann haben wir die Regenjacken eingepackt, denn nass ist man eh immer. Jakob am Wasserfall, gleich geht'sin kalte Wasser

 

Tag 3 begann für mich mit einer Lektion im Surfen. Ein pensionierter Rettungsschwimmer gab mir Einzelunterricht am Hanalei Beach. Es gab kaum Wellen, ideal für Beginner, und ich habe mich wohl auch ganz gut angestellt. Anschließend ging es mit unserem Jeep zum Wailua River. Man sieht von der Straße aus einen ebenfalls gewaltigen Wasserfall – aber ohne vorherige Wanderung ist es einfach nicht das selbe. Auf dem Weg liegt allerdings Donkey Beach, ein Traumstrand wie aus dem Bilderbuch.

 Donkey Beach - einfach traumhaft Jakob's erste Surf-Versuche Wailua Falls 

 

 

Der letzte (volle) Tag begann mit unnötigem Stress. Wir hatten unser tolles Zimmer nur für 3 Nächte gebucht und die letzte Nacht in einem Hostel näher am Flughafen. Traurig darüber packten wir die Sachen und fuhren die knappe Stunde zum Hostel. Es war schäbig, lag direkt am Strand, hatte keine Türen. Unsere Buchung war nicht angekommen, die Anzahlung irgendwo versickert, und überhaupt gab es keine 4-Bett-Zimmer, sondern nur 8er-Zimmer. Wir sind also rückwärts wieder raus und konnten zum Glück nochmal eine Nacht in Princeville bleiben. Den Tag haben wir dann für eine Tour in den Süden der Insel genutzt und vor allem für die spektakuläre Tour zum Waimea Canyon. Hier gibt es ein riesiges Wanderwegesystem, dass uns für spätere Urlaube sicherlich nochmal auf die Insel locken wird. Zur einen Seite liegt die Schlucht gewaltig groß und schön, dazu die kühle Luft. Auf der anderen Seite der Blick auf den Pazifik und bei klarem Wetter auf die Nachbarinsel Ni'hau. Auf dem Heimweg belohnte uns Princeville nochmal mit einem fantastischen Regenbogen. Zuerst perfekt rund und stark und mit einem zweiten Regenbogen dahinter. Als wir dann am Aussichtspunkt waren, war es nur noch schwach zu sehen.

Waimea Canyon - kaum zu glauben, dass nicht weit von dieser trockenen Landschaft der regenreichste Punkt der Welt liegt (jedenfalls nach US-Messung)

 

Abschied von Princeville

Am nächsten Morgen ging es weiter nach Maui...

Hawaii - Oahu

09April2013

ALOHA! Hier nun endlich der Blogeintrag zu unserem Hawaiiurlaub....

Am Montag den 8.4 sollte es eigentlich von Vancouver nach Honolulu gehen. :) Zunaechst ging alles gut und wir sind mit dem Bus zum Flughafen Bellingham im US Staat Washington gefahren. Dann hiess es warten.... und laenger warten.... und mehr warten.... dann gab es gratis Getraenke (was uns stuzig machte bei dieser Billigairline)... nach noch laengerem Warten und wir schon 2 nette Amerikaner (Jeremy und Lex) kennen gelernt hatten, wurde unser Flug gesrichen und auf den nachsten Tag verschoben. Mit nem 100$ Fluggutschein und einem Essensgutschein ging es dann samt unseren neuen Freunden ins Motel.

Am naechsten Tag war das Flugzeug wieder repariert und wir sind "puenktlich" in Honolulu gelandet. Erster Eindruck: Schoen warm, nicht zu feucht, alles riecht nach Blumen und die Leute sind sehr relaxed.. Aloha!

Die erse Nacht verbrachten wir in Waikiki dem Haupt-Touristenort ueberhaupt. Ziemlich voll, aber sehr schoen, es gibt eine tolle Promenade an der Abends statt Laternen, fackeln entzuendet werden. Sonst gibts viel Nightlife und Shopping.

Die weiteren 3 Naechte verbrachten wir in einem Bed and Breakfast auf einer Bio-Farm im Westen der Insel. Der Westen ist sehr ruhig, hier wohnen viele Einheimische. Das bedeutete allerdings auch, dass wir viele Traumstraende fuer uns alleine hatten.:) Dank unseres Mietautos und der gut ausgebauten Strassen haben wir jeden Tag etwas anderes auf der Insel erkundet.

Wir waren auf der Plantage von Dole und haben herausgefunden, dass Ananas nicht auf einem Baum wachsen ;).... Sahen etliche tolle Straende..... den Diamond Head Krater in Honolulu bestiegen..... und uns ab und zu wieder mit unseren neuen Freunden vom Flughafen getroffen. Am Samstag Abend sind wir dann mit denen und weiteren Bekannten in ein paar Bars in Honolulu umhergezogen.

 

Als naechstes sind wir auf die "Garteninsel" Kaua'i geflogen.

BRIAN

 

Honolulu von oben Waikiki Beach Westkueste Ostkueste Auto Dole mit Freunden ;P Ananas Nordkueste Flughafenklo Im Flug nach Kauai

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